WANDERN UND MEDITIEREN

Für innere Klärung

Wandern und Meditieren sind zwei Praktiken der inneren Klärung.

Auf der einen Seite, der körperlichen Ebene, zeigt dir das Wandern/Pilgern, dass du nicht unbewegt an der gleichen Stelle stehen bleibst. Selbst wenn du auf der Stelle trittst, ist jeder Schritt, den du tust, eine Entscheidung! Ob sie dir klar ist, oder nicht, hängt von deinem Bewusstsein oder deiner Absicht ab.

Hast du eine Idee, wieviel Energie du für einen einzigen Schritt brauchst?
Weißt du, wieviel Aufwand es dich tatsächlich kostet, einen einzigen Schritt zu tun?
Ist dir bewusst, wie oft du einen Fuß vor den anderen stellst und nicht weißt, was du gerade tust?
Ist dir klar, dass du mit dem Gehen auf körperlicher Ebene entscheidest?

So bekommt dein gehendes Unterwegs-Sein eine komplett neue Bedeutung. Veränderung ist möglich –  auch wenn es kleine Schritte sind!! Auch wenn es schwer fällt. Schritt für Schritt bewegst du dich hin zu Neuem. Mit einer natürlichen Geschwindigkeit!

Wandern ist untrennbar mit dem Mensch-Sein verbunden.

Unser ganzer Muskelapparat ist ausgelegt um zu gehen oder zu laufen. Das natürliche Gehen bringt uns aus der Wiedernatürlichkeit unseres sitzenden oder liegenden Alltags heraus. Wenn wir gehen – nicht für 30 Minuten sondern einen Tag lang unterwegs sind, wandern unsere Gedanken. Es gibt sie nicht umsonst diese Analogien:  Gedanken entwickeln sich Schritt für Schritt, Gedanken rasen, Gedanken wandern oder schweifen umher. Wandern und Denken gehören untrennbar zusammen. Ich habe erfahren, dass ich nach langem Wandern anders denke und mein Geist positiver und leichter gestimmt ist.

Auf der anderen Seite: Meditieren

Meditieren führt uns in den eigenen inneren Raum der Stille. Das mag zu Beginn eine Herausforderung darstellen, da die Gedanken in ungeheuerlicher Lautstärke auf uns einströmen. Stilles Sitzen hilft uns das Gebrüll der Gedanken überhaupt erst einmal wahrzunehmen. Meditieren offenbart uns das, dass viele unserer Gedanken die gleichen Inhalte haben und sich ständig wiederholen. Wir merken erst mal, was wir da alles denken. Mit regelmäßiger Übung unterstützt  uns Meditieren, den Gedankenfluss zu verlangsamen und mehr Ruhe in unseren Kopf zu bekommen. Das Ergebnis ist, dass wir wieder Raum schaffen für das, was jetzt gerade ist. Was gehört oder gefühlt werden will.

Wandern und Meditieren

unterstützt die Achtsamkeit, die Kompetenz das wahrzunehmen, was gerade jetzt im Augenblick da ist, ohne es zu bewerten oder zu verurteilen. Das Jetzt mit einer Haltung der Offenheit und Neugierde zu betrachten. Eine Haltung, die uns befähigt, die stressigen, gedanklichen Hamsterradroutinen des Alltags zu erkennen und uns Möglichkeiten des Ausstiegs ermöglicht. Eine Haltung, in der wir die frische Walfluft schmecken, das Rauschen der Bäume im Wind wahrnehmen, das Geräusch der Wanderschuhe auf dem Waldboden hören oder unser eigenes Herz spüren. Wo das diskursive Denken in den Hintergrund gerät und wir ein Gefühl von Einssein und Verbundenheit bekommen.