In. Stille. Sein.

Oft sagen mir die Menschen, die sich für mein Angebot interessieren:

„Oh, ein ganzes Wochenende im Schweigen oder in Stille verbringen?? – Das kann ich nicht!“

Für viele Menschen scheint es schwer vorstellbar zu sein in einer Gruppe zu wandern und sich dabei nicht zu unterhalten. Für manche ist es ebenso abwegig ohne das Smartphone zu wandern und seine Eindrücke nicht direkt dem Wandernachbar/dem sozialen Netzwerk mitzuteilen. Oder sich beim Wandern nicht über die neuesten politischen, gesellschaftlichen oder sportlichen Ereignisse der letzte Zeit auszutauschen. Ebenfalls schwer vorstellbar scheint das Schweigen während der gemeinsamen Mahlzeiten zu sein. „Wie soll ich denn an die Butter kommen?“ mag sich der/die ein oder andere denken.

Warum Schweigen? Warum die Stille?

Es gibt gute Gründe für das noble Schweigen an einem Wander- & Achtsamkeitswochenende! Drei davon stelle ich hier vor:

1. Mehr Energie.

Meine Energie bleibt bei mir. Richtig gelesen. Wenn wir ständig reden, verbrauchen wir einen erheblichen Teil unserer Energie, ohne das wir es merken! Unbewusstes Reden/Quatschen/Smalltalk ist ein typisch-routinemäßiger Vorgang bei dem wir nicht erkennen, wie wir unsere Energie verschleudern. Sie ist weg und steht uns nicht mehr zur Verfügung.
Diese Art des Sprechens ist nach außen gerichtet, oberflächlich und es ist fast egal, ob das Gesagte beim anderen ankommt.
Im Gegensatz dazu üben wir das achtsame Sprechen und Zuhören. Diese Art der Kommunikation ist bewusster.  Mit ihr entdecken und erforschen wir unser inneres Erleben, unsere inneren Zustände. Wenn ich mich auf diese Weise mit dir unterhalte, bin ich sicher, du hörst mir echt zu. Ich fühle mich gesehen, gehört und in meinem inneren Kern wahrgenommen.

2. Größere Klarheit

Ich bekomme Klarheit! Durch die äußere Stille wird es auch in mir still. Wie ein See, dessen Oberfläche durch den nachlassenden Wind still, glatt und eben wird. Ist die Oberfläche ruhig, spiegeln sich Himmel und Mond klar wieder.
So ist es auch bei uns. Die fehlende Ablenkung durch oberflächliche Gespräche hilft mir meine Gedanken zu beruhigen. In dieser mentalen Ruhe besinne ich mich mehr und mehr auf mich selbst. Das, was in mir ist und was mir vorher nicht bewusst war, kommt langsam zum Vorschein. Es ist wie ein Erinnern an lang Vergessenes. Diese Klarheit bekomme ich sonst nirgends.

3. Tiefere Verbundenheit

Wenn ich es zulasse, stehe ich spürbar mehr in Verbindung mit meinen Mitwanderern. Dies Verbindung ist jenseits der Ebene von Worten. Worte berühren „nur“ meinen Intellekt. Wenn diese aber wegfallen, bin ich mit meinen Mitwanderern auf der Ebene der Präsenz, des Mitgefühls und des Seins verbunden.

Ich bin tiefer verbunden mit der Natur. Ich nehme die Natur deutlich intensiver wahr. Die Sinne sind geschärft und ich habe einen leichteren Zugang zu meiner Intuition. Das gibt Sicherheit auf energetischer Ebene.

Wenn ich mit der Natur verbunden bin, bin ich auch verbundener mit mir selbst. Ich erlebe mich als Einheit von Körper, Seele, und Geist. Mein Denken, mein Handeln und mein Fühlen werden mit jedem Schritt zu einer harmonischen Ganzheit.

4. „Danke, dass ich schweigen durfte.“

Diesen Satz höre ich oft am Ende meiner Seminare. Die Stille und das Schweigen sind die Erlaubnis ganz für sich zu sein und sich mit sich selbst ungestört auseinanderzusetzen. Die Erlaubnis sich selbst ganz wahrzunehmen. Schweigen bedeutet hier: ich muss keine meiner im Alltag üblichen Rollen spielen. Ich bin geborgen in der Gruppe und gleichzeitig wie ein unbeschriebens Blatt Papier. Ich habe keine Vergangenheit, ich habe keine Zukunft – ich „habe“ nur JETZT!

Danke für deine Aufmerksamkeit!

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About the Author:

Wanderer, Pilger auf dem Jakobsweg, Achtsamkeitslehrer, Anfänger, Zen-übender, Coach für Klarheit schreibt genau über die Themen.