Achtsamkeit & Heilung

Achtsamkeit & Heilung

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Der dritte Grundsatz des Zen-Peacemaker-Ordens „Heilung/Handeln“ aus meiner Sicht:
Heilen, Heilung sind Begriffe, die ich sehr ungern verwende. Jedoch aus meiner Sicht kommen diese Begriffe ziemlich nah an die Erfahrung, die ich vor über 20 Jahren auf meiner Pilgerwanderung von Chemnitz nach Trier gemacht habe. Sie ist die eigentliche Konsequenz aus den beiden ersten Grundsätzen des Nicht-Wissens und des Zeugnis-Ablegens.

Die Extreme Situation, das Eintauchen in das Ungewisse, das Bezeugen dessen, was ich währenddessen in mir und im Außen wahrnahm und die Transformation, die ihren Ursprung in dieser Erfahrung nahm, haben mich tatsächlich geheilt. Wäre ich diese 700 Kilometer nicht gegangen, hätte ich mein Leben nicht wieder so schnell oder überhaupt auf die Reihe gekriegt. Das Sich-Einlassen in diese Heldenreise – für mich war es das – hat mir auf vielen Ebenen die Augen geöffnet.
Dabei möchte ich auf verschiedene Aspekte der Heilung eingehen:

1.
In Verbindung sein. Ganz und Gar. Mit mir und mit anderen.
Mit mir, weil ich ohne meine Rückzugsmöglichkeiten, ohne mein gewohntes Umfeld und meine gewohnten Muster mich ganz anders kennenlernen durfte. Und so wurde ich mir meiner Schattenseite gewahr. Durfte ganz tief in meinen Schmerz eintauchen, mich mit ihm konfrontieren und hatte keinerlei Ausweichmöglichkeiten.
Ich war in Verbindung mit anderen, meinen Weggefährten, die die gleichen oder ähnlichen Prozesse erlebten, wie ich. Die die gleichen Aufgaben, Hindernisse und Herausforderungen meistern mussten, wie ich. Mit denen ich gebettelt habe, meine Sorgen und Nöte geteilt habe und deren Zeuge ich werden durfte. Deren Unterstützung ich bekam und denen ich Unterstützung geben konnte.
Selbstlos. Einfach, weil wir als Menschen mit einem Spirit der Heilung unterwegs waren.

2.
Die Angst befrieden. Oft stelle ich in Coachings die Frage: „Wer ist stärker? Du, oder die Angst?“ Wenn du in solch einer extremen Situation unterwegs bist, konfrontierst du dich automatisch mit der Angst. Ganz basale Bedürfnisse müssen erfüllt werden: Ein Dach über dem Kopf – Schutz – und etwas zu essen – Nahrung. Wir hatten immer ein Dach über dem Kopf und genug zu essen. Wenn du die Erfahrung gemacht hast, um Nahrung und Obdach zu bitten/betteln und dir wird Obdach gewährt und Nahrung gegeben, wird deine (Todes-) Angst definitiv weniger.
Diese Erfahrung heilt etwas in dir.

3.
Handeln. Wie richtest du dein Leben aus? Gibt es Werte und Grundsätze, die du verkörperst? Welche Entscheidungen triffst du aus welcher Motivation heraus? Welchen Dienst stellst du zur Verfügung?
Wenn du  die beiden ersten Grundsätze Nicht-Wissens und Zeugnis-Ablegen weiterhin in deinem Leben integrierst, wird dein Leben weiter heilen und du wirst ein Teil der Heilung anderer sein.

About the Author:

Wanderer, Pilger auf dem Jakobsweg, Achtsamkeitslehrer, Anfänger, Zen-übender, Coach für Klarheit schreibt genau über die Themen.